Fettverbrennungspuls – gibt es ihn wirklich?

 Fettverbrennungspuls oder Mythos? Warum Du mit Ausdauertraining nicht abnimmst

Gibt es den Fettverbrennungspuls wirklich? Ich möchte dir eine Geschichte erzählen. Die Geschichte handelt von Claudia. Claudia ist 36 Jahre alt, verheiratet, Mutter von zwei Kindern und arbeitet in einem großen Büro als Steuerfachangestellte. Hört sich nicht sonderlich ungewöhnlich oder spannend an? Ist es auch nicht. Claudia ist eine ganz normale Frau. Und wie fast alle Frauen ist auch sie mit ihrer Figur nicht wirklich zufrieden. Nach den zwei Schwangerschaften hat sie das ein oder andere Kilo zurückbehalten und wenn sie ganz ehrlich ist, kann sie nicht nur den Kindern die Schuld geben, denn ihr Po war eigentlich schon immer zu füllig und nicht fest genug. Sie achtet auf ihre Ernährung und gönnt sich nur ab und zu ein kleines Rippchen Schokolade oder mal ein Stück Kuchen. Außerdem geht sie 3-4 Mal pro Woche in das Fitnessstudio im Nachbarort – und das seit mehr als 2 Jahren. Trotzdem kneift die Hose und wenn sie sich heimlich nackt vorm Spiegel betrachtet ist sie richtig frustriert und wütend. Schließlich verbringt sie soviel ihrer kostbaren Freizeit auf Stepper, Crosstrainer und Co, dass sie doch eigentlich eine absolute Traumfigur haben müsste. Was, verdammt, macht sie also falsch? Wahrscheinlich liegt es einfach nur an ihren schlechten Genen. Schließlich war ihre Mutter auch schon immer pummelig – schwere Knochen und ein schlechter Stoffwechsel. Vielleicht sollte sie einfach akzeptieren, dass sie nun einmal zu den Kräftigeren des weiblichen Geschlechts gehört.

Schlechte Gene und schwere Knochen

Frauen wie Claudia sind keine Ausnahme. Doch bevor ich dir erklären möchte, woran es höchstwahrscheinlich liegt, dass sie ihre überflüssigen Pfunde nicht los wird, kann ich dir schon einmal eines vorweg versichern: Es liegt ganz sicher nicht an ihren Genen oder schweren Knochen! Diese Aussagen hört man immer wieder und sie sind meist nur der Ausdruck tiefer Frustration darüber, dass sich trotz Bemühungen nichts ändert und der letzte Versuch, eine Erklärung für den Misserfolg zu finden. Das Traurige daran ist, dass Claudia sowie alle anderen, denen es ähnlich geht, noch nicht einmal Schuld sind. Denn leider wird in den meisten Fitnessstudios und von vielen Trainern noch immer ein Training empfohlen, das nicht zu den erhofften Ergebnissen führt.

Wer ist schuld am Übergewicht?

Sind wir doch mal ehrlich. Was bekommst Du geraten, wenn Du in ein Fitnessstudio gehst und dem Trainer dort erzählst, dass Du gerne abnehmen möchtest? Ausnahmen bestätigen natürlich die Regel, aber meistens lautet die Antwort wie folgt: „Zum Abnehmen eignen sich am besten die Ausdauergeräte. Hier haben wir Fahrrad, Laufband, Crosstrainer und Stepper. Ich erstelle dir einen schönen Trainingsplan für 3-4 Mal pro Woche. Dann suchst Du dir ein Ausdauergerät aus und trainierst darauf zwischen 30 und 60 Minuten im ruhigen Fettverbrennungspuls.“ Manchmal bekommt man auch noch folgenden Tipp: „Anschließend an dein Ausdauertraining machst Du noch etwas Krafttraining. Dafür nimmst Du leichte Gewichte und trainierst mit vielen Wiederholungen. Dadurch formen sich deine Muskeln und Du verhinderst, dass Du zu breit wirst.“ So oder so ähnlich schaut die fachmännische Beratung in den meisten Fällen aus. Und soll ich dir einmal verraten, was sie taugt? Garnichts! Du wirst mit einem solchen Plan weder schlank noch besonders fit! Solche Tipps mögen allenfalls für Reha Patienten geeignet sein, die zu Beginn sehr langsam wieder versuchen müssen, sich nach einer Verletzung oder Krankheit an Belastung zu gewöhnen. Gehen wir aber einmal davon aus, dass dir nichts weiter fehlt und Du eigentlich nur schön schlank und fit werden möchtest – und das auf dem schnellsten Wege – kann ich dir versichern, dass diese Tipps wenig bringen werden!

Vergiss den Fettverbrennungspuls! Lang und langsam führt nicht zu fit und sexy

Ich weiß, dass es noch immer auf Protest stößt, wenn man das behauptet. Trotzdem: Langes, aerobes Ausdauertraining führt nicht zu einer sexy und durchtrainierten Figur. Wirklich nicht. Auch der sogenannte Fettverbrennungspuls ist ein Mythos, so hart das klingen mag. Diesen Begriff gibt es zwar tatsächlich, doch leider ist er Opfer eines großen Missverständnisses geworden, das sich hartnäckig hält. Wenn Du über eine längere Zeitspanne mit einem niedrigeren Puls trainierst, so bringst Du deinem Körper bei, möglichst effizient zu arbeiten. Das mag zwar für Marathonläufer durchaus sinnvoll sein, ist aber für jemanden der viel Energie und somit Kalorien während eines Workouts verbrennen möchte absolut nicht zu empfehlen. Wir wollen die Kalorien nur so verschleudern und nicht möglichst wenige verbrauchen!
Der Grund weshalb Du vielleicht am Anfang eines klassischen Cardiotrainings doch ein wenig abspeckst ist folgender: Wer noch nie oder zumindest schon sehr lange nichts mehr in sportlicher Hinsicht getan hat, wird erst einmal abnehmen, egal was er macht. Wer nichts an der momentanen Ernährung ändert, sich aber anfängt zu bewegen – egal in welcher Form – verbraucht mehr Energie als sein Körper bislang gewohnt war. Dieser erste Erfolg stellt sich aber meist sehr schnell wieder ein, da sich der Körper an die Belastung gewöhnt. Dies tut er sogar sehr effizient und oft schon nach wenigen Wochen. Im Klartext bedeutet dies, dass Du für dieselbe Joggingstrecke oder dieselbe Dauer auf dem Stepper auf einmal weniger Kalorien benötigst, als noch zu Beginn. Du müsstest also entweder die Dauer erhöhen, was dich viel zeit kostet, oder Du greifst zu einer viel effektiveren Methode und erhöhst die Intensität.

Fettverbrennung oder Fettabbau?

In meinem Artikel über HIIT Training hatte ich dir bereits eine Methode vorgestellt, wie Du dein Cardiotraining sehr effektiv gestalten kannst und dabei auch noch eine Menge Zeit sparst. Wenn es dein Ziel ist, Körperfett abzubauen und deine Fitness deutlich und sichtbar zu verbessern, dann solltest Du dein Training intensivieren. Halte deine Trainingseinheiten kurz und knackig und vernachlässige auch das Krafttraining (mit höheren Gewichten!) nicht. Beides, Intervall- und Krafttraining, regen den Stoffwechsel an, bieten deinem Körper keine Chance sich zu schnell anzupassen und führen gezielt zu einem athletischeren Aussehen. Was Du nämlich mit hoher Wahrscheinlichkeit möchtest, ist Fettabbau und nicht Fettverbrennung. Fettverbrennung beschreibt, wie oben erwähnt, eine Energiebereitstellung, bei der dein Körper möglichst energiesparend über längeren Zeitraum arbeitet. Fettabbau hingegen bedeutet, dass Du deinen Körperfettanteil reduzierst, schlanker aussiehst und deine Muskeln sichtbar werden.

Das haben wir schon immer so gemacht!

Fazit: Es gibt zwar einen Fettverbrennungspuls, er unterliegt aber einem enormen Missverständnis. Denn er bedeutet nichts anderes, als dass der Körper auf möglichst effiziente, energiesparende Weise arbeitet, nicht aber, dass Du mir ihm besonders schnell Körperfett abbaust! Nur weil sich etwas lange Zeit gehalten hat, bedeutet es nicht, dass es richtig ist. Zu viele übergewichtige Studiobesucher, die sich seit Jahren ohne sichtbaren Erfolg auf den Cardiogeräten dieser Welt abmühen sollten Beweis genug dafür sein, dass langes aerobes Ausdauertraining im angeblichen Fettverbrennungspuls nicht zu einem sexy Körper führt. Jeder, der das nicht glaubt, sollte es einfach einmal ausprobieren. Wenn Du unzufrieden bist mit deinen Trainingsergebnissen, dann überarbeite einfach deinen Trainingsplan nach den Gesichtspunkten: Mehr Intensität beim Cardiotraining und mehr Gewicht beim Krafttraining (natürlich nur soviel, dass Du die Übung technisch korrekt ausführen kannst!). Übrigens haben kürzere, knackige Workouts noch einen entscheidenden Vorteil: sie machen einfach mehr Spaß :-)!

Ich wünsche dir viel Erfolg!

Deine Karla

PS.: Welche Erfahrungen hast Du mit dem Fettverbrennungspuls gemacht? Ich freue mich über deine Meinung!
PPS.: Kennst Du schon meinen kostenlosen Abnehmplan mit 90 Low Carb Rezepten?




2 Responses to Fettverbrennungspuls – gibt es ihn wirklich?

  1. Andy 4. Dezember 2012 at 21:25 #

    Der Irrglaube des Fettverbrennungspuls hält sich leider hartnäckig – und wird es auch immer bleiben, leider ;-)

    Was Du vergessen hast zu erwähnen im Artikel, ist der sogenannte „NAchhall-Effekt“: Auch nach dem (möglichst anstrengendem) Training verbrennt der Körper noch automatisch Kalorien.

    Siehe: http://www.wie-fett-verbrennen.de/mythos-fettverbrennungspuls/
    Und natürlich sollen Anfänger nicht sofort mit mörderischen Gewichten anfangen, dass geht 1. in die Hose 2. ist es total ungesund und körperschädigend. Aber beim Laufen kann man schon ein Zahn zulegen, je mehr man schwitzt, je mehr verbrennt man ;-)

Powered by WordPress. Designed by WooThemes