Die sechs Mythen, die dich davon abhalten deine Wohlfühlfigur zu bekommen

Ich möchte ganz ehrlich zu dir sein: Du bist nicht alleine. Ich hatte auch einen. Er war groß, zottelig, stank erbärmlich sabberte meistens und lebte hinter meinem Sofa. Und als ob das nicht schon schlimm genug wäre, hörte er auf den Namen Rüdiger. Wobei „hören“ etwas zu viel gesagt ist, denn eigentlich hörte er auf niemanden. Oder zumindest nicht auf mich. Im Gegenteil. Immer, wenn ich mir etwas vornahm, lauerte Rüdiger mir auf und warf mich um. Dann setzte er sich mit seinem haarigen Hinterteil auf mich und blieb dort solange sitzen, bis ich ihm versprach, statt des Salats doch lieber eine Pizza zu essen oder die Laufschuhe wieder auszuziehen und es mir auf der Couch gemütlich zu machen.

Der innere Schweinehund macht es sich gerne bequem

Der innere Schweinehund macht es sich gerne bequem!

Du ahnst es bereits: Rüdiger ist mein innerer Schweinehund. Oder sollte ich besser sagen war mein innerer Schweinehund. Nein, er ist nicht gestorben, aber aus dem furchteinflößenden Monster ist nun ein zahmes Schoßhündchen geworden. Er lebt noch immer bei mir, lässt sich aber sehr selten blicken. Und wenn ich trainieren möchte oder plane etwas Gesundes zu kochen, unternimmt er zwar hin und wieder einen schwachen Versuch, mich davon abzuhalten, lässt sich aber mit einem einzigen strengen Blick einschüchtern.

Seit Rüdiger weiß, wer bei uns die Hosen anhat, sind wir eine gut funktionierende WG. Er ist zwar da, stört mich aber nicht und noch viel wichtiger: Er hindert mich nicht daran, meine Ziele zu verwirklichen.

Wie schaut es bei dir aus? Lebst du auch mit einem inneren Schweinehund zusammen, der dich permanent sabotiert? Möchtest du ihn ebenfalls auf die Größe eines niedlichen Chihuahuas schrumpfen lassen? Dann lass mich dir verraten, wie ich es geschafft habe, Rüdiger zu zähmen und wie du dasselbe mit deinem inneren Schweinehund auch tun kannst.

Solange Rüdiger in seiner Ursprungsform bei mir hauste, glaubte ich an folgende Mythen. Diese sechs Mythen werden dich immer davon abhalten, dein Ziel zu erreichen. Wenn du sie aber aufdeckst und verstehst, dass sie eben genau das sind, nämlich Mythen und nichts weiter, dann hörst du automatisch damit auf, deinen inneren Schweinehund zu füttern. Er wird immer kleiner werden, bis er nicht mehr die Kraft aufbringt, dir Paroli zu bieten.

Ich habe keine Zeit

Ohje ohje, ich weiß gar nicht, wie oft ich in meiner Zeit als Fitnesstrainerin diese Worte schon gehört habe! Es ist DIE Ausrede Nummer 1 und ein echtes Festmahl für deinen inneren Schweinehund.
Werde dir darüber bewusst, dass diese Aussage einfach nicht zutrifft. Nie! Damit will ich nicht behaupten, dass du keinen stressigen Alltag hast. Das kann ich mir durchaus vorstellen und viele von uns leisten eine ganze Menge. Aber Tatsache bleibt, dass wir alle 24 Stunden pro Tag zur Verfügung haben. Selbst wer nicht an Gerechtigkeit glaubt, wird zugeben müssen, dass die täglichen Stunden für alle gleich sind.
Was allerdings sehr unterschiedlich ausfällt, sind die Prioritäten, die wir uns setzen. Auch hier wird dir dein innerer Schweinehund zuflüstern: „Aber du hast wirklich keine Zeit für Sport und aufwendiges Essen. Überleg doch mal! Dann wird etwas anderes darunter leiden. Was ist mit deinem Job? Was mit deiner Familie?“ Dabei setzt er den Dackelblick auf und du wirst weich. Aber: Gibt es wirklich etwas, das wichtiger ist als dein eigenes Wohlbefinden und deine eigene Gesundheit? Ich glaube nicht! Denn nur wenn es DIR gut geht, kannst du auch für andere da sein. Es ist absolut nicht egoistisch, Zeit für Training und gesundes Essen in deinen Alltag zu integrieren. Diese Punkte sollten und müssen absolute Priorität haben!
Mit ein wenig Planung vorab, wirst du das schaffen und schnell merken, dass es sich doppelt und dreifach auszahlt!

Dicksein liegt in unserer Familie

„Es liegt in deinen Genen! Schau dich doch mal in deiner Familie um. Da ist doch keiner wirklich fit und schlank, oder?“ So oder so ähnlich säuselt es dir dein innerer Schweinehund ins Ohr, während er es sich neben dir auf dem Sofa bequem macht und im Nacken gekrault werden möchte.
Soll ich dir mal etwas verraten: Der Mythos, deine Fitness und deine Figur seien größtenteils von deinen Genen abhängig, ist die bequemste Ausrede überhaupt. So praktisch, nicht wahr? Denn Gene liegen nun einmal nicht in unserer Macht. Was sollen wir also schon dagegen tun? Besser wir akzeptieren es.

Lass dich nicht von deinem Umfeld aufhalten!

Lass dich nicht von deinem Umfeld aufhalten!

Die Wahrheit ist aber, dass du für den entscheidenden Teil deiner Gesundheit, Fitness und auch deines Wohlbefindens selbst verantwortlich bist. Selbst wenn sämtliche Familienmitglieder übergewichtig sind, heißt das noch lange nicht, dass du es auch sein musst. Schreibe deine eigene Geschichte! Es ist dein Leben! Was du tust, deine Gewohnheiten, haben einen viel größeren Einfluss als alles andere.

Ich will erst noch mehr lernen

Es stimmt: es gibt immer noch mehr zu lernen. Lernen ist toll und du solltest niemals damit aufhören. Aber genau das ist auch der Grund, warum dieses Argument ein Mythos ist. Du hast niemals ausgelernt. Der beste Zeitpunkt, eine Gewohnheiten zu überdenken und anzupassen bzw. umzustellen ist immer JETZT. Wenn du dich von deinem inneren Schweinehund einlullen lässt, noch zu warten bis du mehr gelesen hast und mehr weißt, wirst du deine Ziele nie erreichen.

Ich bin einfach kein sportlicher Typ

Wer behauptet das?
Achso, ja, er schon wieder!
Du schaffst dir deine Wahrheit immer selbst. Wenn du auf andere hörst, die dir immer wieder sagen, das du eben einfach nicht so sportlich, fit oder schlank bist, wirst du es irgendwann glauben. Oft ist das schon passiert und du bist selbst der festen Überzeugung, dass das nun einmal so ist. Nichts zu machen. Eben doch! Du ganz alleine entscheidest, was du bist und was du kannst. Vielleicht warst du als Kind beim Turnen ungeschickt oder wurdest beim Sportunterricht immer als letztes in die Mannschaft gewählt. Das ist deine Vergangenheit, weder deine Gegenwart noch deine Zukunft. Diese kreierst du nämlich selbst. Du willst sportlich sein? Du willst schlank sein? Dann bist DU der einzige Mensch, der das ändern kann. Und es ist gar nicht so schwer, wie du vielleicht denkst. Der erste Schritt liegt darin, dich zu entscheiden, was du sein möchtest. Glaube an dich und du wirst es erreichen!

Ich habe nicht genug Disziplin

Bei diesem Mythos muss ich mir immer vorstellen, wie wir alle oben im Himmel bevor wir geboren werden an einer Art Ausschank anstehen. An lange Reihe von Menschen, die geduldig darauf warten, dass sie ihren Löffel Disziplin abgefüllt bekommen. Ein bisschen so, wie bei Obelix und dem Zaubertrank. Und während manche Menschen genau wie Obelix enorm viel davon abbekommen haben, hatten alle die weiter hinten in der Schlange standen Pech und gingen leer aus.

Genau wie bei Asterix und Obelix handelt es sich um eine Geschichte, eine reine Erfindung. Disziplin ist keine göttliche Gabe, die dir bei Geburt mitgegeben wird oder eben nicht. Genau wie bei jedem anderen Ziel, gilt auch für deine persönliche Wohlfühlfigur: Sei dir darüber bewusst, was genau du willst, glaube an dich und packe es an! Wenn du die drei Punkte Bewusstsein, Zuversicht/Glaube und Aktion/Tun beherzigst, wirst du keine unmenschliche Disziplin brauchen. Gewohnheiten zu ändern, ist anfangs oft nicht ganz einfach. Aber es ist machbar und du wirst merken, dass es immer leichter werden wird.

Je größer, dringlicher und wichtiger dein persönlicher Wunsch für dich ist, desto weniger Disziplin wirst du aufbringen müssen. Deshalb ist es so wichtig zu wissen, WAS du willst und WARUM.

Als Mama ist es schwer (wieder fit zu werden)

Ich bin selbst Mama und ich weiß, dass sich mit dem Mamawerden so einiges ändert. Nicht nur im Alltag, was die Prioritäten betrifft, sondern auch körperlich. Jede Schwangerschaft ist eine (wenn auch positive) Belastung für den Körper und hinterlässt Spuren.

Auch als beschäftige Mama kannst du einen fitten Körper haben!

Auch als beschäftige Mama kannst du einen fitten Körper haben!

Für den inneren Schweinehund ist das ein gefundenes Fressen: „Och, du bist doch jetzt schließlich Mama. Da ist es nicht mehr so wichtig, wie schlank du bist. Außerdem bist du doch so viel für die Kinder da. Du solltest dich wirklich einmal ausruhen“……Wenn du Mama bist kennst du das sicher. Der einzige Weg: Gib deinem inneren Schweinehund einen ordentlichen Tritt! Mama zu sein ist toll und anstrengend. Aber du existierst deshalb trotzdem noch. Du bist nicht weniger wert, nur weil du jetzt zusätzlich die Verantwortung für andere mitträgst. Viele Frauen vergessen schnell, dass sie immer noch genauso wichtig sind. Auch als Mama kannst du durchaus schlank und fit sein. Glaube mir, ich spreche aus Erfahrung!

Absolutes Gift für den inneren Schweinehund ist es, dir über die hier genannten Mythen Gedanken zu machen. Er lebt davon, dass du Dinge nicht hinterfragst. Dann fällt es ihm besonders leicht, dich um den Finger zu wickeln und dein Leben zu diktieren.
Wenn er dir das nächste Mal mit einem dieser Mythen kommt, weißt du Bescheid und kannst anders reagieren. Damit wird dein innerer Schweinehund Stück für Stück schrumpfen bis sein Hecheln und Knurren kaum noch hörbar sind.




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